



Erlebnisbericht zum Shidoshiseminar am 21. & 22. November 2009
Von Matthias Heemeyer.
Shidoshi-Seminar???
Gerade mal die ersten Trainingseinheiten lagen hinter mir und schon hallte dieses mystische Wort durch das Dojo. Obwohl vom Training begeistert, fragte ich mich, ob das wohl auch etwas für einen Weißgurt wie mich ist. Doch schnell hieß es bei der Frage ob Teilnahme oder nicht: „Nur der Tod entschuldigt“. Also gut, ich bin ja noch jung und habe mich angemeldet. Natürlich war ich gespannt, was mich in Hamm erwartet. Guido und Oliver kannte ich schon von einer Trainingseinheit im Ninpo Hamm, daher hatte ich trotz der Aufregung ein gutes Gefühl. Und es sollte alles noch viel besser kommen...
Mit einer Wagenladung voller Anfänger, zwei waren vorher noch nie beim Training, möglichst schwarzer Sportbekleidung und zum Teil improvisierten Holzwaffen sind wir am Samstag gerade noch rechtzeitig eingetroffen. Bereits auf dem Parkplatz war ich überrascht. So viele Autos, und viele sind wirklich von weit her angereist, sogar aus dem Ausland. Es schien, als ob sich der legendäre Ruf dieses Ereignisses bestätigen sollte.
Die Hammer waren wirklich gut organisiert. Es gab beim Check-in keine Warteschlange, jederzeit war das Staffteam präsent und stand mit Rat und Tat allen Teilnehmern zur Seite. Schnell umgezogen und dann ging es auch schon los. Nach dem Angrüßen und einer kurzen Ansprache durch unsere Gastgeber folgten schon die ersten waffenlosen Techniken. Ab jetzt ging es die nächsten anderthalb Stunden Schlag auf Schlag. Es war wie beim Training im Dojo, nur alles überwältigend superlativisch. In der Mitte führte immer abwechselnd ein Shihan eine Technik vor und erklärte diese. Dabei wurde Wert darauf gelegt, das hinter der jeweiligen übung stehende Prinzip zu verstehen. Die einzelne Technik stand nicht im Vordergrund. Und dann hieß es selber machen. Das muss aus der Vogelperspektive sicher ein amüsantes Gewusel gegeben haben. Etwa 250 Teilnehmer aller Graduierungen waren mit Eifer dabei. Wir waren also bei weitem nicht die einzigen Anfänger. Zwischendurch gab es bis auf eine längere Mittagspause kurze Erholungspausen. Jederzeit konnte man seinen Hunger bei dem hervorragenden Catering am Eingang stillen. Pizza, belegte Brötchen, Kuchen, es war für jeden etwas dabei und alles für ganz kleines Geld, ohne kommerziellen Wahn. Am Nachmittag folgten dann noch übungen mit Schwert und Tanto. So verging die Zeit wie im Fluge und gegen 16.30 Uhr war das Training für diesen Tag beendet. Obwohl es körperlich nicht so anstrengend war, wie ich dachte, sind einige aus unserem Dojo ins Solebad im Maximare in Hamm gefahren, um die Zeit bis zur Party abends zu überbrücken. Das hat sich als gute Idee herausgestellt und vielleicht hat diese Art von Entspannung dazu beigetragen, keinen Muskelkater zu haben.
Ab 19.30 Uhr ging es dann im Westenschützenhof mit der angekündigten Party mit DJ und Buffet weiter. Bei der dem Essen nachfolgenden Tombola gab es sogar ein richtiges Schwert als ersten Preis. Um am nächsten Tag wieder fit auf der Matte stehen zu können, bin ich relativ früh wieder gefahren. Das würde ich vielleicht im nächsten Jahr bei so vielen interessanten Leuten mehr auskosten.
Am Sonntag ging es dann mit dem Training um 11 Uhr weiter. Es folgten wieder jede Menge Techniken und Erläuterungen. Selbst für Anfänger waren da echte Highlights bei und ich hatte den ganzen Tag einen Riesenspaß. Auf dem Programm standen nicht nur waffenlose Techniken, sondern auch Kunai, Seil und Hanbo. Natürlich war es unmöglich, sich alles zu merken, aber es ist doch einiges hängen geblieben. Vor allem die Erläuterungen zu den Prinzipien des Taijutsu werden mir helfen, mich in die „richtige“ Richtung zu entwickeln und im kommenden Jahr wie ein geschmeidiges Seil zu werden.
Da ich keine Gelegenheit mehr hatte, mich bei allen Shihanen für dieses hammermäßig coole Wochenende zu bedanken, möchte ich das an dieser Stelle noch tun. Herzlichen Dank, insbesondere beim „schönen Holger“ für seine privaten Ausführungen zum Thema Kraft, Beherrschung und sich darauf einlassen!!
Für einen Anfänger war das alles ganz schön viel und leider war die Akustik in der Halle relativ schlecht. So habe ich auch nicht alles mitbekommen. Aber ich werde alles daran setzen, im nächsten Jahr wieder hinzufahren. Ohne unser Training im Kukan Dojo abwerten zu wollen, hat sich mein noch kleiner Bujinkan-Horizont auf großartige Weise mehr erweitert, als es wochenlanges Training im Dojo gekonnt hätte. Ich gehe davon aus, Matthias stimmt mir in diesem Punkt zu. Und falls sich im nächsten Jahr ein Anfänger die gleichen Fragen stellt wie ich in diesem, kann ich nur empfehlen, traut euch und lasst euch eben drauf ein. :-)
Ich freue mich schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Shidoshi-Seminar???
Matthias Heemeyer