



Erlebnisbericht zum Seminar von und mit Arnaud am 13. /14.3.2010
Von Matthias Heemeyer.
In meiner bisher kurzen Trainingszeit im Bujinkan durfte ich schon eine Menge hervorragender Lehrer kennenlernen. Die Möglichkeit, von so vielen tollen Seminarangeboten Gebrauch machen zu können, ist einfach klasse. Abgesehen von einem Training in Japan konnte ich mir kaum vorstellen, dass es noch Steigerungsmöglichkeiten gibt. Aber es gibt neben all dem Spaß und Lernerfolg bisher auch noch diese Erlebnisse, die im Allgemeinen gern als i-Tüpfelchen bezeichnet werden.
Shihan Arnaud, der sich selbst als Dinosaurier des Bujinkan bezeichnet und dem es egal ist, ob er einen Schwarz- oder einen Weißgurt unterrichtet, ist ein solches i-Tüpfelchen.
Auf mich hat er nicht nur einen enormen Eindruck durch seine Persönlichkeit gemacht, er verfolgt auch einen konsequenten Unterrichtsstil in seinem Seminar. Das ist super, weil ich mir durch die aufeinander aufbauenden Techniken nicht alle paar Minuten etwas völlig neues merken muss. Das ist aufgrund meiner endlichen Aufnahmefähigkeit irgendwann auch einfach nicht mehr möglich.
"Tachi is Yoroi", eine einfache Regel die sich auch ein Anfänger gut merken kann, ohne mir anmaßen zu wollen das schon wirklich verstanden zu haben.
Vom sprachlichen her ist Arnaud gut zu verstehen. Er spricht moderates Englisch, so dass dem Unterricht mit normalen Schulenglischkenntnissen gefolgt werden konnte. Man muss sicher nicht jedes Wort verstehen, auch wenn die Geschichten, die er zwischendurch einbaut, lehrreich und manchmal auch sehr lustig sind. So erzählt er nicht nur von seiner Zeit mit Soke und verpatzten Fotoaufnahmen, sondern auch vom Ursprung der jeweiligen Technik, warum was wie und wo früher angewandt wurde. Dieses Verständnis vereinfacht es enorm, mir die Techniken wenigstens zum Teil zu merken. Zum Beispiel erzählt Arnaud lässig nebenbei wie blöd es ist, wenn man auf einem Pferd reitend beim falschen Ziehen seines Schwertes seinem Reittier versehentlich den Kopf wegrasiert. Schließlich sei es nicht nur unpraktisch sondern auch nicht schön, wenn die eigene Rüstung durch das ganze Blut so verschmiert wird.
Auch erklärt er, dass die Leute zum Teil früher als Teenager schon aufs Schlachtfeld gezogen sind und daher bereits im zarten Kindesalter in den Techniken unterrichtet wurden. Da man weder von einem Kind, noch von einem müden Krieger nach tagelangem Kampf in Rüstung, Eleganz und Grazie bei wahnsinnig komplizierten Techniken erwarten konnte, mussten diese so simpel wie möglich sein. Und so unterrichtet auch Arnaud die Kunst.
Starallüren sucht man vergebens, auch wenn sie sicher berechtigt wären. Wenn er erzählt, legt Arnaud wert darauf, dass die Seminarteilnehmer ganz nah um ihn herum sitzen. So ist man quasi mittendrin anstatt nur dabei und genießt die familiäre Atmosphäre im Schatten des Meisters :-).
Das ist nicht nur megasympathisch, sondern auch ganz großes Kino, zu lauschen, zu schauen, zu staunen und dabei unglaublich viel Spaß zu haben!
Ich stelle fest, es fällt mir schwer meine Begeisterung in Worte zu fassen. Es war einfach großartig, daher auch an dieser Stelle noch einmal ein fettes Dankeschön und dem gesamten Stab in Hamm für die erstklassige Betreuung!
Matthias Heemeyer