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Bujinkan Kukan Dojo

Bujinkan Budo Taijutsu

Authentic Japanese Martial Arts
Ninjutsu

Erlebnisbericht zum Koto-
Ryu-Seminar mit Guido Schenkel am 02.10.2010

Von Matthias Lehwald.

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Ähm, was soll ich sagen? Ich hatte nämlich so meine Bedenken. Jeder weiß, dass das Bujinkan aus 6 Samurai- und 3 Ninja-Schulen besteht. Jede Schule für sich kann eine extreme Zeitspanne benötigen, damit man sie aufnehmen, verstehen und auch umsetzen kann. Folglich könnte es ja durchaus heftig werden, wenn 2 von insgesamt 5 Levels einer der Schulen an einem einzigen Tag durchexerziert werden sollen ... !

Tja. Um es vorweg zu nehmen: Wir haben die 2 Level der Koto Ryu tatsächlich an einem einzigen Tag durchexerziert. Und wir waren danach fertig. Fix und alle. Fertig, wie ein Brötchen. Nee, fertig, wie 30 Brötchen, denn so viele Teilnehmer waren wir in etwa.

Es waren Leute aus Kiel und Flensburg da [!], aus Coesfeld, aus Duisburg, Mainz, Recklinghausen [is' klar] und natürlicher Hammer. Wir vom Kukan Dojo waren würdevoll vertreten durch Raphaela und Lara, die aber natürlich vorrangig bei der Ninpo Hamm trainieren, und durch Florian und mich. Die Duisburger begrüßten mich mit der Frage, ob wir heute denn lernen würden, wie man mit Batarangs Glühbirnen auswirft, hehe :-).

10 Uhr pünktlich ging es los, nach 1 1/2 h verspürte ich schon eine gewisse Anstrengung, sah auf die Uhr und musste erneut feststellen, dass mich wieder Aliens entführt hatten oder das Dojo der Ninpo Hamm in eine Verschiebung des Raum/Zeit-Kontinuums geraten war. Es war 10:40 Uhr. Es mag auch daran gelegen haben, dass Markus und ich uns beim Training wirklich nichts schenkten, sondern uns immer schön eine reingehauen haben. Volle Lotte. Die Betonung liegt hier auf Volle Lotte. Alter ... Ich habe auch noch mit David, Oli "The Rock and call me Mr. Granit" Baron und allein 3 Stunden lang mit Dennis [6. Dan] trainiert, uaaah! war das geil, es war ein Fest!!!

Eine Stippvisite der Theorie:
Die Koto Ryu heißt im übertragenen Sinne: die Den-Tiger-niederschlagen-Schule. Damit trägt sie als Namen eines meiner Hobbies: Tiger mit den bloßen Händen niederschlagen. Mittlerweile bin ich deswegen leider kein gern gesehener Gast in Streichelzoos, weil ich auch gern mal an Ziegen, Schafen und fette Kinder tragenden Ponys übe. Nee, war 'n Scherz :) Vermutlich kam die Koto Ryu von China über Korea nach Japan, weiß man aber nicht mehr. Aufzeichnungen reichen zurück bis 1542, aber bis vor ca. 1970 war in dieser Hinsicht die mündliche Überlieferung sicherer als Aufzeichnungen. Die Koto Ryu ist spezialisiert auf harte [!] Schläge mit den Fingern auf die Knochen und Nervenzentren. Will man bei einem menschlichen Körper die Knochen treffen, die z.B. hinter einem Bizeps oder Brustmuskeln liegen, werden zwangsläufig die darüber liegenden Muskeln, Sehnen usw., sagen wir mal: "in Mitleidenschaft gezogen". Oooh jaaa ... In Kindersprache heißt das: GGA - ganz großes Aua. Bei den Techniken gibt es starke Parallelen zur Gyokku Ryu. Warum? Der Gründer der Gyokku Ryu war auch Soke der Koto Ryu. Er hat quasi beim Zusammenbasteln der Techniken bei sich selbst abgeguckt. Und trotz aller Ähnlichkeiten gibt es grundsätzliche Unterschiede. Die Koto Ryu ist z.B. gradlinig und noch härter als die Gyokku Ryu, man schaut dem Feind zwischen die Augen und nicht in die Augen. Was das bedeutet? Komm' zum Training.

Guido [10. Dan kugyo = 15. Dan] hatte sich genial vorbereitet. Für uns gab es eine selbst gefertigte Broschüre zur Koto Ryu. Das war das erste Mal, meines Wissens, dass ein Seminarleiter im Bujinkan auch Unterlagen austeilte. Die Techniken demonstrierte er nicht nur eindrucksvoll, sondern auch fantastisch verständlich. Es haben mehrere Weißgurte am Seminar teilgenommen, und auch die konnten seinen Ausführungen recht gut folgen. Ok, nach den 18 Techniken des ersten Levels und den 12 Techniken des zweiten Levels waren nicht nur bei den Weißgurten sämtliche geistigen und körperlichen Kapazitäten dezent erschöpft. Von den angesetzten sieben Stunden haben wir effektiv sechs Stunden trainiert. Dabei bin ich vermutlich so oft zu Boden geworfen und geschleudert worden [letzteres trifft es wirklich besser], wie in meinem kompletten Bujinkan Leben zuvor. Natürlich beinhaltet die Koto Ryu, dass man dem Feind erst so richtig eine oder zwei oder drei reinhaut und ihn danach granatenmäßig zu Boden schleudert.

Also war es im Grunde wie immer: genial lehrreich und hat es hat saumäßig Spaß gemacht!

Danke, Guido!

Matthias Lehwald